NewsletterKontakt
Gründungsmitglieder Logo Wiberg Logo Stiegl Logo Bergader Logo Budenheim Logo Flöckner Logo Neuburger Logo Gölles Logo Spar

Was ist Gastrosophie?

Gastrosophie verstehen wir als Zusammenwirken und fundiertes Nach- und Zusammen-Denken aller natur- wie geisteswissenschaftlichen Fächer und Disziplinen, die sich auf Ernährung beziehen und damit beschäftigen.

Der Begriff stammt aus dem 19. Jahrhundert:

Eugen von Vaerst verstand darunter im Jahr 1851 („Gastrosophie oder Lehre von den Freuden der Tafel"):

  • Theorie und Praxis der Kochkunst
  • Ästhetik der Esskunst
  • Physiologie und Chemie der Nahrungsmittel
  • Benehmen bei Tisch
  • Diätetik
  • Viehzucht, Gartenkultur, Fischfang, Ackerbau ...

Das Wort „Gastrosophie" setzt sich, wie der Altphilologe Friedrich Nietzsche („Menschliches, Allzumenschliches") darlegte, aus den Worten σóφos (sóphos; Mann des Geschmacks; vgl. lat. sapiens) und γαστήρ (gastér; Magen, Sitz der Esslust) zusammen. Erst die Ausbildung, die Verfeinerung, die Kultur des Geschmacksinns mache den homo sapiens aus. Dies bilde einen Teil einer „philosophischen" oder „ethischen" Lebenspraxis.

Als Schöpfer des Wortes gilt der französische Autor Charles Fourier. In seinem 1829 erschienenen Werk „Le Nouveau Monde Industriel et Sociétaire" erläutert er „Gastrosophie" als „hohe Weisheit des Gastronomen" und „tiefgehende und erhabene Lehre".

Das Nachdenken über Ernährung gehört seit den Philosophen der Antike zur Reflexion über das „rechte", das „gute Leben". Dies ist gerade heute unabdingbar.